Kloster Dietfurt und ZEN

„Nicht außerhalb, nur in sich selbst soll man den Frieden suchen. Wer die innere Stille gefunden hat, der greift nach nichts, und er verwirft auch nichts.“ Gautama Buddha

Schriftzeichen1

Nachdem vor einigen Jahren eine Empfehlung bezüglich des Kloster Dietfurt an mich ausgesprochen wurde, habe ich doch noch etwas gebraucht, um den Schritt in diese eine andere Richtung zu gehen. Fasziniert aus meinen Urlauben in Asien, der anmutigen Kultur und Relegion des Buddhismus wollte ich endlich auch ein Stück dieser Erfahrung mitnehmen. Im vergangenem Jahr stand der Entschluss dann fest – Ich gehe für eine Woche in dieses Kloster!

Die Anmeldung ging zügig und eine Zusage erfolgte auch recht schnell. Ich war erstaunt, wieviele Menschen doch diesen Weg suchen, um sich als „Wiederholungstäter“, oder „Erstbesteiger“ zeitlich begrenzt aus ihrem Leben, in der Form wie sie es kennen, zu verabschieden. Die Warteliste spricht da Bände.

Frei von Einflüssen, wie Radio, Handy, Buch und sonstiger Ablenkung wurde das Auto verschlossen und für eine Woche in diesem Zustand gehalten. Auch die mitgebrachte Gitarre verblieb auf dem Rücksitz. Eine Empfehlung des Kursleiters wurde somit umgesetzt. Die Konzentration lag nun ausschließlich auf meiner Person. Ein ungewohnter Schritt am Anfang, wenn man aus seiner sogenannten Realität auf nur noch wesentliche Dinge reduziert wird. Ich habe die einzelnen Tage kurz zusammengefasst und möchte meine Sicht wiedergeben.

Tag 1

Ankunft gegen 17:00 Uhr. Nach der Zuweisung des Zimmers wurde das Klostergelände abgelaufen und schon einmal inspiziert, wo sich das Leben diese Woche abspielen wird. Das Zimmer „EZO“ ( Einzel Zimmer Oben ) ist einfach, aber völlig ausreichend. Bett, Tisch, Schrank, Stuhl und ein Waschbecken schmücken den Raum. Der Blick durch das Fenster geht in Richtung Klostergarten, was will man mehr? Erstes Schmunzeln über die auf dem Rasen des Klostergartens befindlichen Menschen, welche im Kreis zu Musik eine nette Choreografie einstudierten. Dies war die sogenannte „Montagsgruppe“ wie ich später erfuhr. Nett anzusehen, aber nicht zwingend das, was ich mitmachen würde.

18:45 Uhr Abendessen. Absolute Ruhe im Raum. Obwohl ich 3 Minuten vor dem Termin da war, war der Saal schon sehr gut gefüllt. Jeder stand hinter seinem Stuhl und wartete. Der Herdentrieb lies es mich entsprechend nachmachen. Diese Ruhe im Raum, bei soviel anwesenden Personen erzeugte in mir ein Gefühl des Platzens vor Lachen. Ich war innerlich so gespannt und ich brauchte ein Ventil. Dieses Ventil wird wohl nun gleich der Lachanfall sein. Die Stille wurde vor diesem epochalem Ereignis aber vom Kursleiter gebrochen und wir durften uns alle setzen. Puh, Glück gehabt, nicht gleich am ersten Tag aufgefallen :D !

Nachdem die Förmlichkeiten vor, während und nach dem Essen erläutert wurden, durfte gespeist werden. Die Geräuschkulisse im Saal war enorm. Was es ausmacht den Mix aus Besteckgeklapper und Stimmengewirr auf ein Minimum zu reduzieren, bzw. gänzlich zu eliminieren sollte ich ab dem nächsten Tag erfahren. Das Essen war sehr schmackhaft. Reissalat, Brot ( ich bilde mir ein das es selber gebacken war ), Knäckebrot und Käse. Völlig ausreichend und nicht zu schwer.

Nach dem Speisen wurde vom Kursleiter die Schweigewoche eingeläutet. Dieses Schweigen bezog sich nach seiner Aussage auf die Fläche innerhalb der Klostermauern. Die Empfehlung lautete aber generelles Schweigen.

20:00 Uhr gab es Erläuterungen zu den Sitzpositionen während der Meditation und sonstige organisatorische Hinweise für die Woche.

20:30 Uhr stand nun die erste Meditation ( ZAZEN ) für 20 Minuten an. Eine ganz neue Erfahrung.

Zugang zum Zimmer

Zugang zum Zimmer

Die Zeit während der Meditation verging super schnell. Dann aufs Zimmer mit dem eben erlebten im Kopf, diese Worte zu Papier bringen, Körperhygiene & Licht aus. Wecken ist 06:30 Uhr. Gute Nacht.

Tag 2

Die Nacht war weniger schön. Ursache war das Kissen. Meiner Meinung nach vedient es diesen Namen nicht. Ich würde es eher als ein „Versuch Daunenfedern übersichtlich in einer Hülle verteilen“ bezeichnen. Geht garnicht :mrgreen: !

Ich habe mich dazu durchgerungen den Wecker auf 06:00 Uhr zu stellen. Hintergrund meiner Überlegung war, dass ich nicht mit nassen Haaren um 07:00 Uhr an der frischen Luft stehen wollte. Also benötigte ich etwas mehr Zeit als die 30 Minuten die original vorgesehen waren. Die Duschen waren über den Flur, das Treppenhaus auf der anderen Seite. Nicht schlimm, aber eben nicht auf dem Zimmer. Das sich dies später als Vorteil entpuppen sollte, erfuhr ich erst später.

Der Blick aus dem Fenster war so beruhigend wie schön. Der Himmel versprach schönes Wetter und die allgemeine Ruhe im Gebäude und vor dem Haus war himmlisch. Ich wartete bis zum offiziellem Weckton des Gongs auf dem Flur, bevor ich den Wasserhahn bemühte mir seinen Inhalt preiszugeben. Dann in Ruhe angezogen und entspannt zu den Lockerungsübungen rund um den ZEN-Garten. Es ist sehr ungewohnt mit 40 Personen einen morgentlichen Bewegungskurs abzuhalten, der zusätzlich noch von absoluter Ruhe und Gelassenheit geprägt war. Nach den Übungen ging es auch schon zu den ersten 20 Minuten Meditation des angebrochenen Tages. Für ein Verständnis der Tagesgestaltung hier der tägliche Ablauf.

Tagesplan

Die 20 Minuten vergingen sehr schnell. Am spannendsten fand ich die Geräuschkulisse in der Ruhe des Meditationsraumes. Da wir noch 30 Minuten vom Frühstück entfernt waren und bereits erste körperliche Anstrengungen unternommen haben, schrien die meisten Körper nach Energiezufuhr. Jedes Schlucken, lautere Atmen, oder die kleinste Bewegung erzeugten Unruhe. Unglaublich. Im Verlauf der Woche stellte ich noch fest, dass die erste Meditation vor dem Frühstück und die letzte des Tages die angenehmste für mich war.

Das Frühstück war einfach, aber hat alles das, was ich früh benötige. Frisches Brot, Honig von den Bienen aus dem Klostergarten und Marmelade, dazu eine Schale Müsli und fertig.

Im geplanten Vortrag um 09:00 Uhr wurden nochmals einige Regeln verkündet und bereits mitgeteilte aufgefrischt. Auffällig war das immernoch sehr laute Abräumen nach dem jeweiligen Speisen. Ob es das Besteck war, die Teller die übereinandergestellt wurden oder, oder, oder. Ungewohnt und am Anfang etwas Überwindung kostend ist die Ankündigung eines Bedarfes am Tisch. Benötigte man beispielsweise die Butter, so wurden die Hände vor der Brust gefaltet, sich leich verbeugt und wenn man Glück hatte, wurde ein Tischnachbar darauf aufmerksam. Man zeigte mit dem Finger auf den Wunsch des Gedanken und bekam es dann. Sehr ungewohnt, da sonst unhöflich. Hier aber fand ich es angebracht. Ein Tipp von mir – immer zentral an einen Tisch setzen. somit hat man einen guten Radius und erreicht in der Regel alles von alleine. Lediglich die Rolle des Weitergebenden wird mehr gefordert. Auch das gegenseitige Einschenken von Kaffee, oder Tee, wenn man eh die Kanne schon in der Hand hat ist unerwünscht. Jeder macht seinen Kram quasi selber.

Die planmäßige Leibarbeit wurde wohl von sehr vielen fehlgedeutet. So hatte ich mich auch schon gedanklich im Garten auf allen vieren herumkriechen sehen, bzw. in der Küche beim Töpfe spülen. Die Bezeichnung „Leibarbeit“ war aber genau das, was das Wort darstellte, die Arbeit am eigenem Leibe mit Führung. Dies waren Dehnungsübungen, Entspannungsübungen und eben all die Dinge, die man normal nicht vollzieht im tagtäglichen. Ich empfand diese Stunden immer als sehr angenehm.

Anschließend standen 2×20 Minuten Meditation auf dem Programm. Dieses Ereignis fand am Tag zwei Mal statt und war für mich der anstrengendste Teil. Der Kampf gegen das Verlangen die Augen dauerhaft zu schließen geht über die Zeit meist unendschieden aus. Das größte Zeitfenster gibt es nach dem Mittagessen. Ab 14:30 Uhr ist Kaffee/Tee im Angebot mit selbsgemachtem Kuchen, welcher immer sehr lecker war. Um 15 Uhr begannen dann die Wiederholungen der Inhalte vom Vormittag.

Das Erlebnis Meditation brachte mir bereits am zweiten Tag einige Bilder, die erschienen und verschwanden. So hatte ich beim Schauen auf einen Punkt irgendwann die Erscheinung eines Taschenlampenkegels vor mir, welcher in einem gedämpften, lila Licht vor mir nach und nach Formen an die Wand malte. Es gab Formen, die nicht definierbar waren, aber auch Dinge wie Fische entstanden so vor mir. Der Knopf des vor mir liegenden Schrankes bildete jedesmal das Auge. Genial. Sobald ich jedoch anfing darüber nachzudenken fokussierten meine Augen, das Gebilde verschwand und ich sah wieder nur Schrank.

Die Leibarbeit an diesem Nachmittag entspannte so sehr, dass ein Teilnehmer sehr tief ein- und ausatmete. Dies ging in einen beherzten Schnarchton über, so dass die Leiterin ihn wohl mit einer leichten Berührung wieder dezent in die Realität der Entspannung zurückführte. Ich musste so schmunzeln über die Situation, dass ich mir vorstellte wie es wohl sei, wenn plötzlich alle einschliefen.

19:30 Uhr trafen sich alle im Klostergarten auf der Wiese. Sakraler Tanz war angesagt und ich hatte keine Vorstellung was mich erwartete. Ich würde es als schönen Ausgleich zu den bedächtigen Bewegungen des Tages und als Enspannung der Muskulatur beschreiben, welche durch die Meditation doch sehr verspannt war. Hier konnte man sich schön locker machen. 28 Choreografien einstudiert und los ging es :wink: ! Bruder G., quasi der Vortänzer unserer lustigen Truppe trat generell barfuß auf. Egal ob das Gras nass, kalt, oder eben trocken war. Bruder G. war immer gut drauf und ich würde ihn auch als göttlichen Animateur bezeichnen. Eine Stunde „umhergehupfe“ strengt an. Vor allem wenn man dies nicht jeden Tag macht. Diese Anstrengung legte sich aber von Tag zu Tag, was nicht heißen soll, dass ich immer weniger gemacht habe. Danach ab zur letzten Meditation und 22:00 Uhr verabschiedete ich mich in die Nacht.

Tag 3

Das übliche Weckerklingeln beförderte mich sanft in den nächsten Tag. Duschen. Oh fein, da war jemand vor mir schon da. Freundlicher Weise wurde das Fenster komplett geöffnet und 6°C kalte Luft schlug mir entgegen. Guten Morgen Tag. Beim Duschen dachte ich über das apokalyptische Kissen nach. Was wollte mir jemand mit diesem Folterwerkzeug sagen? Ich muss über Alternativen nachdenken.

Nach der Vorfrühstücksmeditation hatte ich einen angenehmen Tunnelblick. Auch während des Essens stellte ich eine eingeschränkte Sicht bei mir fest. Lediglich das vor mir liegende nahm ich wahr. Interessant. Die Bewegungen liefen automatisch total langsam ab und wenn mich jemand beobachtete, dann steckte ich zumindest nicht durch hektische Bewegungen denjenigen an.

Kopfschmerzen plagen mich und der Tag mit all seinen Gewohnheiten lag noch vor mir. Da ich diese Kopfschmerzen auf keinen Fall den ganzen Tag als Begleiter haben wollte, griff ich zu einer schmerzunterdrückenden Droge. Gegen 15:00 Uhr wechselte das Wetter von schön auf stürmisch mit Regen, welcher teilweise sehr heftig war. Kurz vor dem Abendbrot hat sich die Lage wieder entspannt und ich denke, der sakrale Tanz wird nun im Inneren stattfinden. Denkste! Bruder G. lies zum Abendbrot ausrichten, dass der Tanz wie gewohnt auf dem Rasen stattfindet. der Bruder G., ……… :lol:

Mehr als 50 Stunden ohne Reden. Ich vermisse es nicht. Lediglich bei Tisch ist es weniger schön, weil in meinen Augen unhöflich. Aber die Höflichkeitsfloskeln wie „Guten Morgen“, „Guten Tag“, o.ä. entfallen einfach. Meine Kinder würden es lieben. Licht aus um 21:22 Uhr. Gute Nacht.

sternenklar

sternenklar

Tag 4

Die Nacht ging so. Besser als die davor, aber schlechter als zu Hause. Mein Voodoo-Kissen bringt mich um. Die Ruhe ist wie immer himmlisch. Ich schaue aus dem Fenster und versuche meinen Augen visuell einiges anzubieten. Und tatsächlich, ein Entenpärchen zog im Morgentau der Wiese seine Bahnen und schnäbelte im Gras herum. Ein witziger Anblick. Mit ihren tiefhängenden Bäuchen erzeugten sie Spuren auf dem feuchten Rasen welche aussahen, als ob eine riesige Schnecke dort unterwegs war.

Enten-am-Morgen

Der Tag bis zur Mittagspause verlief wie gewohnt. Nach dem Mittag verlies ich mit meiner Schwieger die Mauern und wir liefen auf den Kreuzberg ( ich nannte ihn Tempelberg ). Das Verlassen war erlaubt und wir konnten den herrlichen Blick über das Altmühltal genießen. Die Sonne schien und es war super angenehm. Ich bemerkte hier, dass beim Versuch meine Stimme einzusetzen diese eingerostet war. Ich hörte mich an wie jemand, der drei Tage nur am rumgröhlen war. Also meine Theorie des Schonens ging nicht auf. Die Benutzung war also Teil der Pflege. Egal, da musste sie nun mal durch.

Mein Voodoo-Kissen sollte nun mit dem Kissen meiner Schwieger Bekanntschaft machen. Sie hatte ihr eigenes dabei und somit das ortsansässige übrig. Beide, also mein Voodoo-Kissen und ihres verschmolzen innerhalb meines Kissenbezuges zu einem gebrauchsfähigem Untergrund. Mal sehen was die Nacht damit bringt!? Aus meinem Fenster heraus entdeckte ich, dass ein Entenpärchen des Klosters Nestbau betrieben hat. Allerdings war zum Bebrüten weit und breit kein Federvieh zu sehen. Schade. Der Nachwuchs sollte also nicht die Körperwärme erfahren und fröstelte wohl bis zum Ende in einer Hülle aus weißem Kalk.

Eier

Vielleicht war es auch die Gärtnerin, welche uns nachträglich den klösterlichen Osterbrauch demonstrieren wollte. Wer weiß das schon? Die Nacht nahte und um 21:15 Uhr erlosch das Licht.

Tag 5

Das Nest ist weg! Mein erster Gedanke des Morgens. Der Fuchs? Marder? Mist, jemand hat die Eier geklaut. Bin gespannt was es zum Frühstück gibt!? Familie Ente zieht heute erstmals keine Runden im nassen Gras, schade. Die Nacht entpuppte sich als erholsam und mein Kissen verwandelte sich von Voodoo nach Balsam, danke. 06:30 Uhr, GINGGONG, die Nacht wurde für beendet erklärt. Jetzt ist Herr Ente alleine auf der Rasenfläche erschienen. Seine Geliebte hat entweder verschlafen, oder sie ist vergangene Nacht nicht nach Hause gekommen. Mir ist in den letzten Tagen eh schon immer ein anderer Herr aufgefallen, der sich mit seinem übertriebenem Kopfschmuck sehr in den Vordergrund spielt. Es soll ja vorkommen, dass weibliche Wesen auf den ein, oder anderen Blender hereinfallen.

Entenchef

Vielleicht hat Frau Ente ja auswärts geschlafen und andere Dinge probiert als die gewohnten. Wir werden es nicht erfahren.

Heute habe ich Tischdienst. Ich glaube das letzte Mal hatte ich sowas im Ferienlager. Dabei ist mir aufgefallen, dass einige Teilnehmer nicht auf der Liste standen, welche die Dienste dokumentierte. Ganz schön kleinkariert von mir. Ist auch egal 8O ! Durch den aktuell anhaltenden Regen fällt die Wanderung zum Tempelberg heute aus. Somit habe ich mich für die Variante „horizontales Ausruhen mit Schlaf“ entschieden. Gibt aber schlimmeres.

…..ach war das schön! Gesichtsentspannung!

Bei der am Nachmittag stattfindenden Meditation, oder parallelen Eucharistiefeier, entscheiden sich sehr viele für die Danksagung. Hätte ich so nicht vermutet, da der Weg ja ZEN war, bzw. ist.  Aber ich finde es gut, dass auch hier die Wahl gelassen wird.

Der Tischdienst hat funktioniert wie ein Uhrwerk. Nun habe ich noch knapp eine halbe Stunde bis zum Tänzchen. Um noch irgendwohin zu laufen lohnt es sich nicht mehr. Also ist ein Spaziergang im Klostergarten die richtige Wahl für mich. Bruder G. wäre dann ab heute auf der Burg Feuerstein geladen und schickt zum Tanz seine Vertretung. Bin mal gespannt. Mein rechtes Knie schmerzt etwas. Bei der Leibarbeit habe ich dann wohl etwas zu energisch mein Knie verdreht, das rächt sich nun.

Morgen um 14:00 Uhr habe ich mich für ein persönliches Gespräch beim Kursleiter angemeldet. Das Zeitfenster ist sehr klein und beträgt gerade mal 10 Minuten. Dann werde ich mein Anliegen wohl knackig formulieren müssen, damit der Antwortteil größer ist, als der Erläuterungsteil von mir. Diese Kompression überlege ich mir nachher im Bett.

Der vorletzte Tag ist vorbei und Bruder G. hat es doch irgendwie geschafft an zwei Orten gleichzeitig zu sein. Zumindest sah seine Vertretung genauso aus wie er selbst. Wenn er also keinen Zwillingsbruder hat und nicht zwischen den Zeiten hin und herspringen kann, dann wird wohl die Veranstaltung auf der Burg ausgefallen sein und er war es leibhaftig.

Der heutige Tag endet nun mit diesem Eintrag. Es ist 21:17 Uhr und man gewöhnt sich an die frühe Bettgehzeit. Gute Nacht!

 Tag 6

06:25 Uhr, Duschen erledigt. Noch 5 Minuten in absoluter Ruhe, bevor es nur noch „Ruhe“ ist. Okay, die Vögel draußen zählen nicht! Mir fällt auf, dass Bruder G. seine Kerzen von der Rasenfläche entfernt hat, welche immer den Mittelpunkt des Tanzens bildeten. Also muss heute der Vertretungstag sein. Ich bin gespannt. B. war heute in der Stadt. Sie hat sich verführen lassen, auweia! Einfach so in die Stadt, die Anlage verlassen. Vielen Dank für soviel …..! ( Anm.d.Red. – Kenner der Filmszene können diese Passage zuordnen :D )

Mittagessen vorbei. Heute gibt es einen leicht geänderten Tagesablauf. Vor dem Mittagessen wurde die Doppelmeditationsrunde um 10 Minuten gekürzt. Hintergrund hierfür war eine Abklärung bezüglich der Mitfahrgelegenheiten am Sonntag. Der Tanz mit Bruder G. fällt heute gänzlich aus. Stattdessen gibt es eine spezielle Sitzung im Zendo mit abschließender Einbringung von gesprochenen Weisheiten, welche von Trommeltakten und Gongscheiben dargeboten werden.

Um 20:15 Uhr öffnet das Kloster seinen „Wein- und Bierkeller“. Im Speisesaal wird ausgeschenkt und es darf sogar gesprochen werden. Dieses freiwillige, mögliche Treffen soll dazu dienen sich mit den anderen Kursteilnehmern auszutauschen. Man hat ja schließlich die gesamte Woche nur visuell Eindrucke gesammelt, weiß aber nichts von den anderen. Aber bis dahin ist noch etwas Zeit. Mein persönliches Gespräch wartet noch auf mich und ich bin gespannt wie es verläuft.

…mein Gespräch verlief sehr gut finde ich. Trotz der wenigen Zeit war es möglich ein Thema anzuschneiden, welches mich sehr bewegt. Der Umgang damit und die Berührungspunkte, welche sich im Laufe der Woche ergeben haben trieben mich in den Austausch. Meine mitgeteilten Gedanken konnten nachvollzogen werden und ich merkte, dass ich nicht völlig daneben liege. Die Empfehlungen waren nichts außergewöhnliches und ich nahm dankend an. Meine Erleichterung löste auch innere Spannungen auf und so ging ich anschließend noch einige Runden um das Zendo und reflektierte das Gespräch.

Es ist 19:14 Uhr und der Weg zur vorletzten Meditation in diesem Kurs steht an. Um 20:15 Uhr gibt es dann Wein, Weib und Gesang, nur ohne Weib und Gesang 8O .

…es ist doch unglaublich wie laut eine kleine Gruppe Menschen sein kann, welche sich „nur“ unterhält. Wahnsinn. Der Abend war kurzweilig und nun geht es ins Bett. Gute Nacht.

 Tag 7

Man bin ich müde. Draußen regnet es. Herr und Frau Ente ziehen wie Dienstagfrüh ihre Bahnen auf dem Rasen. Wie am Anfang, so am Ende. „Frühsport“ fällt heute aus. Stattdessen geht es gleich um 07:00 Uhr in die Meditation. Ab dem Frühstück wurde wieder gesprochen und das stille Gebilde der Woche löste sich langsam auf. Der ein, oder andere Weg wurde noch erledigt bevor es nach Hause ging. Die Fahrt in die Heimat verlief sehr ruhig, nachdenkend was man sich bewahren könne. Das Ziel war auf jeden Fall „Achtsamkeit“. Achtsamkeit gegenüber jedem und allem, aber auch Achtsamkeit sich selber gegenüber.

Ende

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